Teetrinker glaubten sich früher oft auf der sicheren Seite gegenüber den Kaffee-Fans, was die Menge des konsumierten Koffeins angeht. Doch hier irrt man sich schnell: Entgegen seinem Image als stets beruhigendes, sanftes Getränk enthält auch Tee in den meisten Fällen den belebenden Wirkstoff Koffein, der im Jahr 1827 zum ersten Mal im Tee ausfindig gemacht wurde. Er entspricht von seinem chemischen Aufbau her genau dem im Kaffee enthaltenen Koffein, daher wurde die früher gebräuchliche Bezeichnung “Thein” mit der Zeit verworfen und man spricht auch beim Tee schlicht vom Koffein.
Beruhigend oder belebend? Auf die Ziehzeit kommt es an!
Die anregende und leistungssteigernde Wirkung des Koffeins ist auch bei Teetrinkern willkommen. Subjektiv wird sie oft als langsamer eintretend und milder als etwa bei Cola-Getränken oder bei Kaffee empfunden, dafür hält sie aber auch länger an. Zudem kann man beim Tee wesentlich besser als bei Kaffee steuern, wie aufputschend der “Wachmacher” in der Teetasse denn tatsächlich sein soll. Als Faustregel gilt, dass eine kurze Ziehzeit das Heißgetränk zu einem anregenden Genuss macht, während Tee, der länger zieht, eher beruhigend wirkt. Selbstverständlich spielt auch eine Rolle, wie hoch der Koffeingehalt der verwendeten Teesorte ist und wie viele Teeblätter den Weg in die Tasse finden.
Koffein ist übrigens nicht nur in getrocknetem schwarzen Tee enthalten – und zwar in einem Anteil von bis zu fünf Prozent -, sondern auch in getrocknetem grünen Tee, in Paraguy- oder Mate-Tee (bis zu 1,5 Prozent). Damit ist Koffein im Tee zumindest in der Trockensubstanz höher konzentriert als in Kaffeebohnen; in der Teetasse jedoch ist der Koffeingehalt um ein Drittel bis um die Hälfte geringer.
Wie viel Koffein darf und kann es sein?
Liegen keine gesundheitlichen Probleme wie etwa Bluthochdruck vor, dürfen auch passionierte Teetrinker gerne ihrer Leidenschaft für die “Teatime” frönen – rund sechs Tassen am Tag können getrunken werden, ohne dass das enthaltene Koffein eine ungesunde Wirkung entfaltet.